Fasching, keineswegs gehscheitert

 

Mein Gott, dieser Fasching hat Wuchteln (neudeutscher Jugendsprech für Überraschendes, Unvorhergesehenes, Spaßiges) zu bieten, und kein Ende ist in Sicht:

 

Zuerst stellt sich da die Außenministerin des neutralen Österreich als Ukraine-Fan reinsten Wassers dar, ja hüpft sogar für Fotos in die Nationaltracht des schwer geprüften Landes – ja geht’s eigentlich noch?

 

Dann diese Regierung, die die Teuerung einfach nicht in den Griff kriegt und nach tagelangem Brainstorming schließlich zur offensichtlichsten Maßnahme greift – der Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Aber – holla die Waldfee – schon schreit der Finanzminister auf, dass dafür keine Finanzierung im Budget vorgesehen sei.

 

Da beruhigen ihn die Koalitionspartner, denn sie haben längst die Lösung für dieses Finanzierungsproblem in petto: Nachdem uns die Landesenergieversorger jahrelang mit fetten Stromtarifen abgezockt haben, nimmt man ihnen die paar Millionen, die die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel des täglichen Bedarfs kostet, von ihren Gewinnen, die sie jedes Jahr an die Länderchefs (und damit wohl an den Staat) überweisen, weg. Zumindest für ein Jahr, wie man hört. Danach soll das große Abcashen eh wieder weiter gehen. Und damit das p.t. Publikum nicht aufmuckt, stellen einige Bundesländer-Versorger ihren Kunden zusätzlich noch Strompreissenkungen in Zukunft in Aussicht. Fragt sich nur, wie lange diese Vergünstigungen für die regionalen Stromkunden wohl anhalten werden – sicherlich nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag…

 

Doch weiter geht die wilde Jagd: Der SPÖ-Parteivorsitzende, der nie mehr glorreiche Zeiten wie unter Kreisky schaffen wird und die Partei immer tiefer in einen Abwärtsstrudel zieht, aus dem langsam kein Entkommen mehr möglich scheint, muss zusätzlich noch eingestehen, dass es momentan gar keine Liste gibt, welche Lebensmittel nun von dieser Mehrwertsteuersenkung denn profitieren werden. Nur einheimische oder auch ausländische? Leider, muss der Anführer der Roten zähneknirschend zugeben, sei diese Liste mit den Koalitionspartnern noch nicht abgesprochen. Und er erblödet sich auch nicht, den Landsleuten via Fernsehinterview mitzuteilen, dass die monatliche Ersparnis dank dieser Maßnahme die schwindelerregende Summe von ungefähr acht (in Worten: ACHT) Euro betragen werde. Da werden die von ihm vertretenen Mindestrentner und alleinerziehenden Mütter Jubelgesänge anstimmen!

 

Apropos: Wie man als Staat richtig Kohle macht, habe ich kürzlich bei einer simplen Fahrzeugummeldung erlebt. Für einen neuen Zulassungsschein und das §57a-Pickerl casht man im Jänner 2026 stolze 247 Euro! Im Vorjahr waren es angeblich noch 180 € - und die haben die Augen von Raubrittern schon zum Leuchten gebracht.

 

Aber man braucht gar nicht in die hohe Politik zu spechteln, wenn man die gewissermaßen schon täglich fällige Frage nach dem Kasperl der Woche beantworten soll. Es geht auch einige Hierarchien weiter unten. Denn heuer wurde uns wieder mal gezeigt, was ein ordentlicher Winter so kann.

 

Eine lang anhaltende Kältewelle ließ unsere Heizkosten explodieren. Tausende erwarten satte Nachzahlungen. In Deutschland setzte es derart starke Schneefälle, dass Autofahrer auf den Autobahnen übernachten mussten, die Bahn in den Stationen und Flugzeuge gegroundet blieben. Das hatten wir schon lange nicht mehr.

 

Zum Glück blieb es bei uns in der Alpenrepublik moderater – und trotzdem dürfen wir ihnen nun hier den Über-drüber-Super-Kasperl dieses Winters präsentieren: Keinem Autor des Villacher Faschings würde einfallen, was laut „Zeit im Bild“ vor kurzem tatsächlich passiert sein soll.

 

In Zeiten, wo verantwortungsvolle Fahrer im Winter ihr E-Auto sicherheitshalber stehen lassen (oder nur mit voll geladenem Akku sich auf ein paar Kilometer ins Büro und zurück wagen würden), hat ein Tiroler Fuhrparkverantwortlicher sich nicht gescheut, einen seiner Elektrobusse auf die Strecke zu schicken. Mit fatalem Ergebnis: da sich auf der Route dieses E-Busses völlig überraschend auch Berge befinden, konnte der voll besetzte Bus plötzlich eine gar nicht Eiger-Nord-Wand-ähnliche Steigung erklimmen. Trotz bezahlter Fahrscheine mussten die Passagiere aussteigen und ihren Weg zu Fuß fortsetzen.

 

Frage daher: Ist jener Mann (von Frauen würde ich so etwas gar nicht erwarten!), der diesen Bus für diese Strecke ausgesucht, bestellt und eingesetzt hat, der Kasperl des Jahres? Oder kommt vielleicht noch ein verheißungsvollerer Kandidat?

 

Kein Zweifel – dieser Fasching ist keineswegs gehscheitert!

Da MOTZER😟  (Januar 2025)

email: herrgot@icloud.com


Winter, spiele!

 

Ja, es ist kalt draußen und es hat auch schon ein bisserl geschneit. Der Winter ist für die meisten Fahrzeuglenker sicherlich nicht die schönste Jahreszeit. Die Verantwortungsbewussten unter ihnen haben Frostschutz in Kühler und Scheibenwaschanlage eingefüllt und Winterreifen oder die immer beliebteren Ganzjahresreifen aufgezogen, aber das reicht ihnen dann schon als Winter-Dienst.

 

Dabei fehlt noch eine klitzekleine Kleinigkeit: das eigene Fahrtalent ist von den neuerdings immer längeren und - glaubt man manchen Meteorolügen - immer heißeren Sommern geblendet und hat das Gefühl für rutschige Fahrbahnoberflächen längst verloren. Rutscht der Bolide dann winters weg, wird viel zu spät reagiert. Blitzschnelles und exaktes Gegenlenken gibt es nicht mehr, man starrt vielmehr wie das Karnickel auf die Schlange auf den sich munter nähernden Straßengraben, in dem man samt Bolide gleich landen wird. Oder: man erkennt, dass es sich auf der rutschigen Fahrbahnoberfläche mit dem Bremsweg eh nicht mehr ausgehen wird vor dem Hindernis und starrt – sie wissen schon, wie das Karnickel auf die Schlange – auf das Hindernis, anstatt die Blicke abschweifen zu lassen.

 

Nämlich, ob es nicht möglich wäre, die Bremse zu lösen und um das Hindernis herum zu lenken. Oder – wenn alles nichts mehr nutzt – die Blicke dorthin zu lenken, wo es vielleicht eine Möglichkeit gibt, von der Straße runter zu hopsen und sich und seinem fahrbaren Untersatz gröbere Schäden zu ersparen. Alles besser, als mit reichlich overspeed in das Hindernis zu knallen.

 

Ich finde, auch seine Reflexe als Fahrzeuglenker sollte man an den Winter anpassen – nicht nur jene des Boliden! Wer nicht weiß, wie man ein Fahrzeug, das die Bodenhaftung verloren hat, wieder einfängt, hat schon verloren. Es muss wirklich nicht sein, dass in einer Kurve zwei Bremsspuren an den einzigen Baum weit und breit führen, und links und rechts vom CO2-Sammler sind zwanzig Meter Platz, um unbeschadet ins Feld daneben zu springen. Alles besser als ein halber Totalschaden! Daher: Winter, spiele!

 

Wo man das lernen kann, wollen sie wissen? Bei speziellen Winterfahrtrainings ausschließlich auf glatten Oberflächen. Die gibt es in so manchem Alpental, aber nicht auf Krankenschein oder Förderung vom Staat. Dabei würde gerade das so manchen Spitalsaufenthalt oder gröbere Reparaturkosten ersparen und Schmerzen körperlicher oder finanzieller Art verhindern.

 

Und: sagen sie mir nicht, mein Auto hat eh nur 50 Pferdchen, mir wird schon nix passieren. Reifen können auch bei Tempo 25 durchdrehen, wenn das Talent am Gaspedal nicht ausreicht...

 

Daher – verehrte Leserin, geneigter Leser – probieren sie mal solch ein driver-update aus. Bei solchen Trainings lernen sie, wie man in leichtem Drift Kurven aller Radien umrundet oder mit einem einzigen Manöver sich aus einer Bredoullie jedweder Art rettet. Wenn sie dann auf dem Handlingkurs eine Runde mit stets leicht quer stehendem Auto geschafft haben, können sie mit dem Üben dann aufhören. Aber glauben sie mir eines: wenn sie das können, wollen sie gar nicht mehr aufhören!

 

Durchdrehende Räder verursachen speziell auf rutschigen Oberflächen kaum Abrieb und wenn, kommen diese Mehrkosten durch vermiedene Ausrutscher mit Reparaturfolge dutzendfach wieder herein. Und auf verschneiten Steigungen, die es zu erklimmen gilt, werden sie alsbald ein Gespür dafür entwickeln, wie sie am leichtesten mit viel Schwung und ohne Schweiß auf der Stirn nach oben kommen.

 

Die paar hundert Euro, die da als Teilnahmegebühr verlangt werden, sind gut angelegt, wenn sie nicht im Winter vor ihrem halben Totalschaden gestanden sind, nur weil sie falsch oder zu wenig gegengelenkt haben.

 

Und sogar im Sommer, wenn es nicht mehr glatt ist und sie sind im Regen vielleicht ein bissl zu schnell unterwegs waren, werden sie sich auch nicht gleich in die Hose machen, wenn der Bolide vom Kurs abweichen möchte, versichert Ihnen gerne

da MOTZER😟 Januar 2026

herrgot@icloud.com


Schöne alte und schöne neue Welt

 

Das schuldbewusste Haupt zu Boden gesenkt, überlegen sie immer noch, von ihrem langgedienten Verbrenner auf ein neues Elektroauto umzusteigen, um das Welt-Klima zu retten? Dann lehnen sie sich bitte entspannt zurück und blicken sie mit unserer Unterstützung in die Zukunft, um zu erfahren, was auf sie zukommt.

 

WIEN, 10. November 2025. Zuerst einmal fehlen ihnen ein paar tausend Euro, weil ihnen so spät einfällt, die Welt retten zu wollen - jetzt, wo alle staatlichen Kaufprämien ausgelaufen sind und der Preisunterschied zum Verbrenner immer noch erklecklich ist. Macht eh nichts, weil diese staatlichen Förderungen hätten in den vergangenen Jahren ohnedies auch sie mit ihren Steuern bezahlt. Oder haben sie je gehört, dass die Regierung dafür die Gelddruckmaschine angeworfen hätte?

 

Egal, jetzt haben sie ihren CO2-Sparboliden schon mal zu Hause stehen. Hoffentlich haben sie beim Kauf damit europäische Arbeitsplätze gesichert und nicht einen jener Boliden erworben, der mit exorbitanter Förderung des chinesischen Staates weit unter den Gestehungskosten auf den Markt geworfen wird, um sich in einen (eventuell in Zukunft wachsenden) Weltmarkt einzukaufen.

 

Nein, das konnten sie gerade noch vermeiden. Sie kauften ein europäisches E-Auto und nicht einen "große Mauer" oder "bau deine Träume". Nicht zu vergessen jener Chinese, der heute unter dem Namen eines ehemaligen europäischen Sportwagenherstellers - bestehend aus einem Markennamen mit nur zwei Buchstaben - ebenfalls in Europa seine elektrifizierten Produkte verkauft.

 

Dann dürfen sie natürlich nicht vergessen, dass Regierungen manchmal umschwenken. All das, was ihnen unsere Staatenlenker heute an Vorteilen versprechen, kann übermorgen schon Makulatur sein. Musterbeispiel KFZ-Steuer. Die richtet sich in erster Linie nach der Motorleistung. Die wurde – ja, auch heuer braucht der Staat enorm viel Geld – anfangs „gestundet“, aber inzwischen wird sie eingetrieben, auch von umweltfreundlichen Fahrzeugen. Und da die Motorleistung von E-Fahrzeugen aus unerfindlichen Gründen viel höher ist als tatsächlich benötigt, zahlen sie für die vielen Kilowatt ihres schönen neuen E-Boliden vielleicht sogar mehr als für einen Verbrenner. Mein allerallererstes Auto war für einen Patrioten wie mich natürlich ein gebrauchter Puch 500 – der hatte damals lumpige 16 PS, und damit war man auch auf der Autobahn gern gesehen – zumindest in der rechten Spur. Heute steht so mancher Zeitgenosse mit 200 oder mehr E-kW neben dir im Stau…

 

Aber sie müssen als künftiger Anstromer statt Angaser auch noch mit weiterem Unbill rechnen: Idealerweise sollten sie – sofern sie ein Eigenheim besitzen – in der Garage eine sogenannte Wallbox besitzen, mit der sie ihr Auto nach dem Heimkommen immer problemlos aufladen können. Ich hoffe, sie haben auch einen guten Elektriker in ihrer Nähe, der diese Wallbox zeitnah und kostengünstig installiert. Anders schaut es freilich aus, wenn ihnen mal unterwegs der Saft ausgeht: So bekrittelte der ADAC in einer deutschlandweit durchgeführten Untersuchung, dass

 

  • E-Tankstellen ihnen zwar vor Ladebeginn den Preis pro Kilowattstunde anzeigen, nicht aber nach Abziehen des Kabels den Gesamtpreis für die eben durchgeführte Ladung. Stellen sie sich den Aufruhr vor, wenn dies an Benzinzapfsäulen auch so wäre! Alle würden fluchend mit dem Taschenrechner in der Hand zum Bezahlen zur Kasse schreiten und die dort Bediensteten verfluchen.

 

  • sich die Strompreise an den Autobahnen deutlich unterscheiden können: ein und dieselbe Menge an Kilowattstunden kann je nach Lokalität dreißig oder achtzig Euro kosten.

 

  • nicht immer sind E-Ladesäulen auf den Autobahnen auch überdacht, Benzinzapfpunkte allerdings schon. Hoffentlich schüttet es nicht wie aus Kübeln, wenn sie ihr Ladekabel anstecken müssen.

 

  • die meisten Ladepunkte auf Autobahnen nur 30 oder 50 Kilowatt Ladeleistung bieten. Damit ist die Mär von kurzen Ladezeiten dahin, die ihnen die Werbung verspricht. Volladen in einer kombinierten Kaffee- und Pinkelpause spielt es nur mit Ladeleistungen von 400 kW. Fünf Säulen von denen, die jüngst auf dem Gelände eines Supermarkts errichtet wurden, an dem ich täglich vorbei muss, prahlen – deutlich gekennzeichnet – damit. Tanken habe ich in den letzten vier Wochen dort erst ein Auto gesehen…

 

  • Also dürfen sie auch auf der großen Urlaubsfahrt – dann, wenn alle fahren und damit Staus auch an den E-Ladepunkten vorprogrammiert sind - mit einigem Unbill rechnen: ich mit meinem alten Dieselbomber brauche etwa zwischen Flensburg und Neapel nur einen Fünf-Minuten-Tankstopp. Und wie viele Übernachtungen brauchen sie mit ihrem schönen neuen Elektriker für diese Distanz?

Da MOTZER😟 (November 2025)

email: herrgot@icloud.com