Eine imposante Erscheinung, mehr noch: das batterieelektrische Mercedes-Benz EQE 500 4MATIC-SUV weiß im strengen auto-motor-special-Test in allen Belangen zu überzeugen
FOTOS: FRANZESCO BOLZANO
Flieger zeig mir die Sonne
Frohe Ostern
Kein Aprilscherz, wir durften den Mercedes-Benz EQE 500 4MATIC am 1. des besagten Monats anno 2026 abholen. Manuel Weiss wusste Bescheid über die Hinterradlenkung (7 Grad).
Gegenläufig beim Einparken, parallel beim schnellen Fahren. Mann ist versucht über den Seitenspiegel das Mitlenken der Hinterräder zu beobachten. Wenn Schreiberling, Fotograf und Fahrer eine Person sind, dann ist diese Versuchung groß, statt nach vorne zu schauen. Aus dem fahrenden Auto sehen kann man das Mitlenken dann höchstens im Kreisverkehr. Aber: die Hinterräder lenken auch bei schnellen Abschnitten mit. Deshalb vervollständigen sich langgezogene Biegungen speziell auf der Autobahn und bei Höchstgeschwindigkeit zu einem spielerischen: Ja, ja ...
Das Testfahrzeug, die Österreich-Edition des EQE 500 4MATIC, strahlte in jungfräulichen Weiss. Das Elektro-SUV, leistungsstark und mit Allradantrieb, begleitete uns über die Oster-Feiertage und konnte sich einen Platz in unseren Herzen einfahren. Riesenlob gibt es für die Sitze (auch hinten beheizbar z.B.), ganz speziell aber für die Kopfstützen. Nackenschoner (Rahmenkopfstützen) haben wir noch nie gemocht, Mercedes-Benz schützt, stützt und umschließt unser Hirnschmalz auf wirklich optimale Art und Weise.
Aufgeräumt die Innenlandschaft, alles perfekt integriert, ein Cockpit, das zum Einsteigen einlädt. Das Lenkrad gerade richtig in der Größe und unten abgeflacht, Rundum wird Wohlbehagen ausgestrahlt und darf genossen werden. Eingebettet wie in Abrahams Schoß. Die Instrumententafel sehr sehr toll, alles funktionell bestens ausgetüftelt. Auch Beifahrerin/Beifahrer dürfen ihren Spaß, wenn gewünscht separat, ausleben. Das haben wir gerne. Das rechte Rundinstrument auf der Lenkerseite will die Power (Drehmoment) darstellen. Glauben Sie uns, die Maximalkraft läßt sich humantechnisch kaum aushalten, bzw. braucht eine Gewöhnungszeit. Aber mann muss ja nicht ....
Sehr viel Alu, wenig Blech, für die Testmagnettafel fand sich nur an der Flanke am Heck anziehendes Material, mehr oder weniger Ansichtssache ist das Trittbrett, uns war es recht
Solide Leistung: Man fährt und fährt und fährt, die Reichweite wird mehr statt weniger oder bleibt die längste Zeit gleich. Es ist schön zuzuschauen wie man die diese durch vorausschauendes Mitgestalten hinausziehen bzw. hereinbremsen kann. Auch im Reservebereich ist dann eine Ladestation immer zu finden.
Mit dem EQE 500 macht das Segeln erstmals wirklich Spaß, "Hart am Wind" wäre aber nicht der richtige Ausdruck, seidenweich gleitet er über Schnellstraßen und Autobahnen. Wir waren vorwiegend mit der intelligenten Rekuperation unterwegs. Einpedal also, bombensicher (verzeihen Sie bitte diesen Ausdruck) bis zum Stillstand. Jede Menge Fahrmodi, von Sport bis Offroad dürfen ausgekostet werden.
Die Pferdestärken reichen für sämtliche Vorhaben, in 4,5 Sekunden ist der Spurt von Null auf hundert Kilometer die Stunde erledigt und es geht weiter zügig voran bis zur Spitze von 210 km/h. Allradantrieb und Offroad-Modus machen das Luxus-SUV auch für schwer zugängliche Strecken tauglich. Weil wir gerade bei den Pferden sind, als Zugfahrzeug spielt sich der 500er geradezu, 1.800 Kilogramm dürfen angehängt und über die Berge transportiert werden. Für einen Elektriker ausserordentlich.
Der Mercedes-Benz EQE 500 4 MATIC bietet eine Reichweite von 480 Kilometern (Test), beschleunigt in 4,5 Sekunden auf 100 Kilometer und erreicht eine Vmax von 210 km/h
Noch einmal Schnee und dies am Oster-Dienstag, 14. 4. 2026. Es waren Winterreifen aufgezogen und wir pressten den EQE-500er aus: wie eine Zitrone: Neustift zur Mutterbergalm/Stubaier Gletscher mit einer digitalen Reichweite von 45 Kilometern. Wir schluckten Kopfsteinpflaster und Weideroste als wären sie nicht vorhanden und liefen mit 41 km Reichweite den Heimathafen in Mieders an. Erst dann nutzten wir vorsichtshalber den Schuko-Stecker unserer Mikrowelle zum Laden.
Die Stubaier Gletscherstraße ist eine außerordenlich feine Teststrecke und so dürfen wir mitteilen, dass das Testfahrzeug leicht zum Übersteuern neigt und auch einem Drift nicht ganz abgeneigt ist. Bei Übermut greifen die elektronischen Helferlein rechtzeitig ein wie auch das extrem feinfühlig einsetzende ABS. Dieses jedoch wie gewünscht, erst im letzten Abdruck. Das Mercedes-Benz SUV lenkt sehr leicht ein und fährt wie auf Schienen um jedwede Biegung. Kehren dürfen wie im Fluge genommen werden, der Wendekreis ist überschaubar klein.
So schnell der EQE 500 4matic beschleunigt, man muss ihn ja auch wieder zu Stehen bringen. Und da wird man bei forscher Fahrweise schon einmal überrascht wie rasant die nächste Biegung da ist. Man ist meist ein wenig zu spät dran. Das bezeugt auch ein Strafmandat über 45 Euro. Auf der Autobahn das Ende des IGL-Abschnitts übersehen. Der Standard-Hunderter darf auch rein elektrisch nicht überboten werden.
Frohe Ostern
Zum Abschluss noch ein Gedicht unserer - leider nicht mehr unter uns weilenden - Tante Nora:
Wenn die Nonnen hüpfen in Klostern,
dann ist Ostern …
Wir ergänzen:
Haben gefunden kein Ei
Frühlingsfestspiele sind vorbei
FRANZ WEICHINGER
Mercedes-Benz EQE 500 4MATIC
Österreich-Edition
Motor: 2 Permantmagnet-Synchronmotoren
Antrieb: Allrad/einstufige Untersetz.
Leistung: max. 330 kW/449 PS
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h (Werk)
Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 4,5 sek
Reichweite: 480 km (Test)
Verbrauch auf 100 km: 19,2 kW/h (Werk)
Mitwelt: C02-Emission: 0g/km (WLTP)
Bereifung: vo. und hi. 265/35 R22
Anhängelast: 1.800 kg gebr./750 kg ungebr..
Ladezeit: 10 bis 80 % in 32 min
Basispreis: ab 87.000 Euro
Testwagenpreis: gut 100.000 Eur0
(inkl. Sonderausstattung, NoVA und MwSt)